DANKE!


„Wer ein Instrument lernt, kommt besser durchs Leben.“,
stellt die Wochenzeitung „Die Zeit“ mit Verweis auf namhafte Bildungsforscher fest.
Unseren Kindern wird am Friedrich-Engels-Gymnasium dank Bläserklasse und Filmmusikprojekt

eine solche Chance geschenkt.

Jedem Kind bietet die Bläserklasse einen leichten Einstieg,

der dann mit dem Filmmusikprojekt tiefe Wurzeln schlagen kann.

Das Filmmusikprojekt hat sich so seit seinen Anfängen vor 5 Jahren zu einem

echten Leuchtturmprojekt für Schüler, Lehrer und die Schule entwickelt.

Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Energie und Konzentration
hier jedes Jahr wieder etwas Neues und Schönes entsteht.

 

„Musik ist ein Wert an sich und darüber hinaus für den Einzelnen wie für das soziale

Miteinander ein Grundstein der humanen Gesellschaft” (deutscher Musikrat).

Die Arbeit des Filmmusikprojektes ist dazu ein kleiner,

aber in seiner Wichtigkeit nicht zu unterschätzender Baustein.
Gerade in Zeiten, in denen alte und neue Gegensätze in unserer Gesellschaft

immer mehr Raum einzunehmen scheinen,

trägt das Filmmusikprojekt dazu bei, Brücken zu schlagen.

So werde ich nie den Chor aus erkennbar christlichen und muslimischen Kindern

und wohl auch – wir sind ja in Berlin - Kindern, die (nicht so leicht zu erkennen)
einer weiteren oder auch gar keiner Religion angehören, vergessen.

Diese Kinder sangen zusammen ein jiddisches Kinderlied aus Schindlers Liste im

Ernst-Reuter-Saal in der Stadt der Freiheit.

 

Kontrapunkte setzt das Filmmusikprojekt auch an vielen anderen Stellen.

Wenn wir Eltern immer mehr über die kurzen Aufmerksamkeitsspannen unserer Kinder klagen,
dann sollten wir uns freuen, wenn sie sich über ein Jahr hinweg an freien Samstagen

und auf den schon zu einer guten Tradition gewordenen Orchesterfahrten auf eine
Sache konzentrieren und zusammen etwas erarbeiten.

Unsere Kinder erfahren hier, dass sich konzentriertes Arbeiten und Spaß nicht ausschließen,

sondern das Eine gerade mit dem Anderem wachsen kann.

Dass diese Fahrten auch mit Unterrichtsausfall daherkommen, freut mich als Vater
genauso wie die Schüler, wenn auch wohl aus anderen Gründen.

Ich sehe darin eine doppelte Wertschätzung: gegenüber unseren Kindern

und gegenüber dem Projekt selbst, weil dadurch sichtbar wird,

dass der Bildungsauftrag der Schule sich nicht in gutem Unterricht erschöpft.

Und ich habe großes Vertrauen zu einer Schule, die so zu erkennen gibt,

dass es manchmal Wichtigeres als Unterricht gibt.

 

Und dass gearbeitet wird, zeigt sich jedes Jahr in Konzert und CD,

wie auch daran, dass manchmal vereinzelte und leise Klagen zu vernehmen sind,

dass die Ansprüche der „Leitung“ doch niedriger sein könnten.

Mich beunruhigen solche Stimmen nicht,

zum Ersten,weil sie am Ende nicht mehr zu hören sind,

zum Zweiten, weil sie zeigen, dass unsere Kinder an und über ihre

Grenzen hinausgeführt und begleitet werden.

Und zum Dritten habe ich über die Jahre großes
Vertrauen in die pädagogischen und empathischen
Fähigkeiten der „Leitung“ entwickelt, dass aus Forderung nicht Überforderung wird.

 

Dafür und noch für vieles Mehr sage ich sehr herzlich Danke
an ALLE, die mitmachen, die sich direkt engagieren,

aber auch an ALLE, die es in sonst irgendeiner Weise möglich werden lassen.


Christoph Ringelmann
Juni 2018